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Schrecken ohne Ende! WKR-Ball findet 2013 unter anderem Namen seine Fortsetzung 8.000 Menschen waren am 27.Jänner 2012 auf der Straße um gegen den Ball des Wiener-Korporations-Rings (WKR) zu demonstrieren. Verschiedenste zivilgesellschaftliche Gruppen hatten zu den Protesten mobilisiert und die Proteste erreichten eine andere Dimension als in den Jahren zuvor: Es war der größte antifaschistische Protest seit Jahren. Auch das massive Polizeiaufgebot konnte nicht verhindern, dass der Ballbeginn wegen Sitzblockaden in der Innenstadt mehr als eine Stunde verzögert wurde. Alle Antifaschist*innen, die sich den Burschenschaftlern und ihren Freund*innen entschlossen in den Weg stellten, ist dieser Erfolg geschuldet. Einmal ein Zeichen setzen ist nicht genug Ob die Proteste 2013 ein weiteres Mal eine solche Qualität erreichen, ist fraglich. Zwar ist anzunehmen, dass sich niemand von der Namensänderung des nunmehr als Akademikerball angekündigten WKR-Balls täuschen lässt, 2013 wird es allerdings nicht mehr der 27. Jänner sein. Das zivilgesellschaftliche Bündnis Jetzt ein Zeichen setzen! skandalisierte (zu Recht) vor allem das Datum der rechtsextremen Tanzveranstaltung, die heuer mit der der Auschwitzbefreiung zusammenfiel. Bei aller Zustimmung greift diese Kritik viel zu kurz, weil sie die Legitimität eines derartigen Treibens an 364 Tagen im Jahr suggeriert. Das zivilgesellschaftliche Bündnis hatte den Protesten zwar Legitimität verliehen und dadurch Demo-Verbote so gut wie unmöglich gemacht – allerdings kann man sich jetzt schon die Frage stellen, wie nun Zusammenkünfte von Rechtsextremen erfolgreich verhindert werden können: Hilft es, wenn einige tausend Leute auf dem Heldenplatz stehen und gut gemeinten Reden lauschen oder sind es eher massenhafte Blockaden mit Menschen, die sich mit ihren Körpern vor Taxis und Busse setzen, sich so Burschenschaftlern und Konsorten direkt in den Weg stellen und auch vor der aufmarschierenden Polizei in Vollmontur nicht zurückweichen? Scharnierfunktion der FPÖ aufzeigen 2011 hatte die Wiener Stadtregierung noch kein Problem damit, die Proteste gegen den WKR-Ball zu verbieten und zu kriminalisieren, 2012 war hingegen ein Erfolg in Sachen antifaschistischen Protests gegen den WKR-Ball. Wie sie sich 2013 verhalten wird, ist noch nicht abzusehen. Wo immer der Ball 2013 letztendlich auch stattfindet: Wie kann der Ball endgültig verhindert werden? Abgesehen von der stetigen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tendenzen, die Rechtsextremismus überhaupt erst ermöglichen, haben die Vorbereitung zum WKR-Ball 2012 gezeigt, dass eine Thematisierung der Verbindungslinien zwischen FPÖ, Burschenschaften und rechtsextremen Kreisen genau jene Aufmerksamkeit erzeugt, welche diese eben zu vermeiden versuchen. Das macht es umso wichtiger nicht nur an einem Tag im Jahr gegen (deutschnationale) Burschenschaften und rechtes Gedankengut auf die Straße zu gehen, sondern die Scharnierfunktion kontinuierlich aufzuzeigen, die die FPÖ zwischen Parlament und rechtsextremen Zirkeln einnimmt – diese Funktion nicht zu beachten, wäre einer der schlimmsten Fehler. Mit gemeinsamen Aktionskonsens und Blockaden zum Erfolg Die Blockaden 2012 konnten eine direkte Konfrontation hervorbringen und haben versucht, den Spruch „kein Fußbreit dem Faschismus“ in die Tat umzusetzen. Um noch weiter gehen zu können und im nächsten Jahr den Akademikerball erfolgreich zu verhindern, braucht es wieder eine kontinuierliche Thematisierung im Vorfeld, zudem braucht es einen für alle Antifaschist*innen klaren (vorab diskutierten) Aktionskonsens, der Blockade-Methoden erklärt und öffentlich zugänglich macht. Je offener dies gestaltet wird, desto erfolgreicher. Je mehr Gruppen sich beteiligen, desto wahrscheinlicher sind erfolgreiche Blockaden. Dabei sollten politische Unterschiede der einzelnen Organisationen nicht im Vordergrund stehen, sondern die gemeinsame Zielsetzung den WKR-Ball zu verhindern. Bis dorthin ist es noch ein steiniger Weg, aber wir sind sicher, dass der Protest am 27. Jänner 2012 in Hinblick auf diese Zielsetzung eine Perspektive eröffnet hat. online seit 29.06.2012 11:17:19 (Printausgabe 59) autorIn und feedback : Anne Marie Faisst für die Offensive gegen Rechts Links zum Artikel:
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