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  IRAN

Kunst & Exil

Im Winter 2017/18 kam es in der Islamischen Republik Iran überraschend zu den ersten großen Protesten seit 2009. Im Vordergrund der am 28. Dezember begonnenen Auflehnung gegen die religiöse Despotie standen zunächst wirtschaftspolitische, schnell aber auch gesellschaftspolitische Forderungen. Wie bei der gescheiterten „Green Revolution“ 2009 war die Parole „Marg bar diktator“ („Nieder mit der Diktatur“) auf den Straßen Teherans und in zahlreichen anderen Städten des Irans zu hören. Vielerorts wiedersetzten sich Frauen dem Verschleierungszwang, an einer Universität wurde symbolträchtig ein überlebensgroßes Bildnis des obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei gestürzt. Das Regime reagierte mit einer heftigen Repressionswelle, die zahlreiche Tote und Verletzte forderte und orchestrierte Pro-Regierungs-Demonstrationen, auf denen – wie dies seit der „Islamischen Revolution“ von 1979 Usus ist – gegen die „wahren Drahtzieher“ der Proteste gehetzt wurde: Die USA und Israel. Am 7. Januar 2018 verkündeten die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten gemeinsam mit dem Geheimdienst, der Polizei und den paramilitärischen Basij-Milizen die Unruhen beendet.

In der westlichen Rezeption der Demonstrationen besteht Uneinigkeit über Ursachen und Ziele der Proteste. Schuld daran ist nicht zuletzt der mangelhafte Informationsfluss aus dem Iran selbst, der durch die rigorose Zensur der Despotie stark eingeschränkt ist – bereits am dritten Tage der Proteste wurde etwa in weiten Teilen des Landes der Internetzugang gesperrt.

Zu den ersten Opfern der Zensur gehört immer die Kunst. In ihr spiegeln sich die gesellschaftlichen Schieflagen, das Unrecht und das Leid. Die Kunst – ob Film, Theater, Literatur, Malerei oder Musik – vermochte es seit jeher als Instrument der Unterdrückten zu wirken. Sie steht und fällt mit der Freiheit der Menschen, die sie schaffen. Dementsprechend findet seit der Errichtung der islamistischen Diktatur von 1979 ein regelrechter Exodus iranischer Kunstschaffender statt. Der MALMOE-Schwerpunkt „Iran: Kunst im Exil“ will diesen einen Raum geben.


Arasch, Heimkehrer
Vorveröffentlichte Ausschnitte aus dem gleichnamigen Theaterstück von Amirabbas Gudarzi


Teheran Tabu
Eine Geschichte aus einer scheinheiligen Stadt. Von Somaye Rezaei.


Tausende wie Arasch
Kommentar des Dramaturgen Amirabbas Gudarzi


Filmschaffende ­Maschinenschlosser
Die Liebe zum Film hat den iranischen Regisseur und Autor Mohammad Keivandarian ins österreichische Exil geführt. MALMOE hat mit ihm über die Situation von iranischen Filmmacher*innen und seine persönlichen Erfahrungen gesprochen.






online seit 02.05.2018 17:01:10 (Printausgabe 82)
autorIn und feedback : Redaktion




Ein Stück vom Kuchen

… nicht nur Krümel wie bisher. Ein Diskursiv.
[19.02.2018,Redaktion]


Hinter dem Vorhang

Auftakt zur dreiteiligen MALMOE Serie „­Homophobie & Postkommunistischer Raum“.
[07.02.2018,Redaktion]


Kapitalismus und Psycho­therapie

Eine Verstrickung.
[24.01.2018,Redaktion]


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