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  Die schönste Hütte von Graz

Das SUb steht kurz vor dem Aus

Seit fast 17 Jahren ist das SUb ein wichtiger Ort für Subkultur, DIY und linken Aktivismus in Graz. Über eintausend Künstler_innen haben die Räumlichkeiten des selbstverwalteten und gemeinnützigen Vereins in den letzten Jahren bespielt. Doch nach Meinung der Bau- und Anlagenbehörde soll damit jetzt bald Schluss sein.

Viele alternative Grazer Vereinsprojekte mussten in den letzten Jahren zusperren. Aktuell hat sich die Situation auch im SUb – einem der letzten selbstverwalteten Räume der Stadt – zugespitzt. Nach zahlreichen Kontrollen durch diverse Ämter und immer strikteren Auflagen ist eine Fortführung des Betriebs in der derzeitigen Form nicht mehr möglich. Die dem FPÖ-Vizebürgermeister Mario Eustacchio unterstehende Bau- und Anlagenbehörde stellt das Projekt vor die Wahl: Entweder ein größerer Umbau oder die Schließung. So muss die Stiege verbreitert und die Sanitäranlagen erweitert und erneuert werden. An die 20.000 € wird das kosten. Eine stattliche Summe, die vom spendenbasierten Verein nicht selbst aufgebracht werden kann. Deshalb wurde am 1. Mai mit einer Kickoff-Party die „SUb bleibt!“-Kampagne gestartet. Auf der Crowdfunding-Plattform Respekt.net kann seitdem für das SUb gespendet werden. Dem DIY-Projekt geht es bei der Kampagne aber nicht ums Geld alleine: „Wir freuen uns im Sommer über Unterstützung auf der Baustelle sowie über Sachspenden“, so Andrea, eine Sprecherin des Kollektivs. In zahlreichen Städten fanden bzw. finden außerdem Solipartys zu Gunsten des SUb statt. Nur wenn alle mit anpacken, wird es das Projekt im Herbst noch geben.

Das Programm des SUb reicht von Konzerten über Diskussionsveranstaltungen hin zu Workshops. „Das SUb stellt für viele Künstler_innen und Veranstalter_innen in Graz oft die einzige Auftritts- und Veranstaltungsmöglichkeit dar, da diese Art der Infrastruktur nur hier gegeben ist, in der keine Kosten und kein Risiko für Veranstalter_innen und Auftretende anfallen“, führt Andrea vom SUb-Kollektiv näher aus. Möglich ist das nur, weil alle Arbeit im Projekt ehrenamtlich verrichtet wird. Doch die Bedeutung des Ortes reicht gerade im aktuellen gesellschaftlichen Klima über das eigentliche Kulturprogramm hinaus. „Die Zusammenarbeit und der gemeinsame Austausch in einem Kollektiv wie diesem zeigt, dass eine andere – als die neoliberale – Gesellschaft möglich ist“, schreibt das SUb im Kampagnenaufruf.

Weitere Infos finden sich auf subbleibt.mur.at und das Crowdfunding kann auf respekt.net unterstützt werden.


online seit 02.07.2018 07:18:35 (Printausgabe 83)
autorIn und feedback : Klaus Stoertebecker




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