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  Après Shitstorm: Achsen­mächte im MUMOK

Fast wäre etwas passiert im MUMOK.

Fast hätte da eine Rauferei zwischen rechts und links stattfinden sollen. Die Blödmaschine war jedenfalls schon aufgebaut. Dann wurde in letzter Minute abgesagt. Hat die Vernunft gesiegt? Mitnichten. So wie die Absage durchgeführt wurde, deutet vieles darauf hin, dass diese von Anfang an einkalkuliert war.

Die Künstler_innengruppe Wiener Achse hatte am 14.6.2016 eine Veranstaltung im MUMOK angesetzt, wo neben anderen der heute identitäre, ehemals Küssel-treue Wichtel M. Sellner und AfD-Ideologe Jongen diskutieren sollten. „WAT VI: Markt der Ideologie“ lautete das unsägliche Thema. Zur Erinnerung: Drei Tage zuvor versuchten die Idiotären, Wien in eine Aufmarschzone für europäische Rechtsextreme zu verwandeln. Eine große Gruppe von antifaschistischen Gegendemonstrant_innen wusste das (trotz der Polizeiübergriffe) bekanntlich zu verhindern.

Auch die Diskussionsveranstaltung wurde nach heftigen Protesten (u. a. auf der Facebook-Gruppe Keine Identitären im MUMOK) abgesagt. Die Wiener Achse hatte aber nicht plötzlich eingesehen, die falschen Leute eingeladen zu haben, sondern begründete die Absage mit einer „konkreten Drohung über Twitter“. Unter diesen Umständen wäre die geplante Aufzeichnung des „angstfreien Gespräches“ für einen Kunstfilm (sic!) nicht möglich. Ein Screenshot oder ein ähnlicher Beweis wurde nie vorgelegt. Die Rechtsextremen reiben sich die Hände und können sich wieder mal als Opfer inszenieren.

Diese Aussagen der Wiener Achse und die mitunter haarsträubenden Stellungnahmen vom MUMOK („Fremdveranstaltung! Wussten von nix!“) deuten darauf hin, dass hier absichtlich ein Skandal provoziert werden sollte. Getarnt als Kunstprojekt, das letztlich nur den Rechtsextremen nützt. Ein naives „denn sie wissen nicht was sie tun“ kann ausgeschlossen werden.

Die Distanzierung vom MUMOK ist absolut unglaubwürdig. In einem Kunstbetrieb, der sich hauptsächlich durch distinguiertes Wissen auszeichnet und jedes Detail reflektiert, ist dieser Grad von Uninformiertheit schwer vorstellbar. Die unbewiesene Behauptung der angedrohten Gewalt wurde auch vom MUMOK verbreitet.

Was die Wiener Achse betrifft, so macht schon der Name stutzig. Achse? Achse des Bösen/Guten? Die Jaspersche Achsenzeit? Oder gar Achsenmächte? Aram Haus, eine der zentralen Figuren der Gruppe, schwärmt in einem Interview mit der Onlinezeitschrift Mokant von einer Pilgerreise mit der ultra-reaktionären Pius-Bruderschaft, lobt die unverstellten Genüsse eines vom Intellekt befreiten Lebens und meint: „Familie, Glaube und Bescheidenheit finde ich in keiner Weise primitiv, sondern ehrenhaft.“ (1) Das klingt nach einer Menge Heideggerei, bei Rechten ja grade ganz beliebt. Hier ist offensichtlich jemand nicht ganz in der Moderne angekommen.

Nach Absage der Diskussion ist es etwas still geworden um die Wiener Achse. Am 21.9. geht es jetzt aber in der Alten Post (Dominikanerbastei 11, 1010 Wien) im Rahmen der Kunstmesse Parallel Vienna in die nächste Runde. Titel der Veranstaltung: „WATs LEFT“. Über Fallgruben darf spekuliert werden.

FB Gruppe Keine Identitären im MUMOK

(1)
Zitat siehe mokant.at

online seit 20.09.2016 15:59:30 (Printausgabe 76)
autorIn und feedback : Derkhan Blueday




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