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  Das TÜWI

Eine Wiener ­alternative Institution sagt Good Bye and ­Hello!

Von 11.–17. April 2016 gab es die Gelegenheit, sich von einem der wichtigsten autonomen und freien Kultur- und Politräume Wiens zu verabschieden, dem TÜWI bei der Universität für Bodenkultur im Wiener 19. Gemeindebezirk. Gleich nach der rauschenden Festwoche, die unfassbar viele nutzten, um das „alte TÜWI“ teilweise nach jahrelanger Abstinenz und dementsprechend nostalgisch noch einmal zu besuchen und abzufeiern, wurde das Gebäude – aus Angst vor Besetzungen – verriegelt und dem Abriss preisgegeben. Doch halt!
„TÜWI not dead“, heißt es auf der TÜWI-Website – das Gebäude geht, aber: TÜWI bleibt! Das Kollektiv hat sich mit Uni, BIG & Co ausverhandelt, dass es auch im Neubau Platz für den TÜWI-Verein und damit einen selbstverwalteten, autonomen Raum geben wird.

Die MALMOE-Redaktion sagt also: Good bye TÜWI und: Hello TÜWI „Neu“! Wann auch immer wir bei dir wieder MALMOE-Klausuren, Feste oder innerredaktionelle Konfliktbewältigung betreiben dürfen oder wieder – individuell oder redaktionell – Bier trinken können.

Das TÜWI & Ich

Die MALMOE-Redakteur_innen verbindet auch viel, teils Nostalgisches und Prägendes, mit dem TÜWI, war es für manche geradezu ein Erweckungserlebnis in der unbekannten Großstadt und bei der Ankunft in der Linken. Was wir so mit dem TÜWI assoziieren, fragten wir uns also, und das kam dabei raus:

„Eine WG in Heiligenstadt während der 1990er Jahre – der Weg zum TÜWI war daher vergleichsweise kurz. Trotzdem nur verschwommene Erinnerungen: Immer war es schon dunkel, wenn ich es da „hinauf" geschafft hatte, immer nur bin ich sturzbetrunken zwischen den viel zu vielen Bäumen herumgetorkelt, kannte vom Inneren des abgefuckt-romantischen TÜWI-Gebäudes nur das Klo. Vielleicht einfach zu viel Natur und Öko und Hippies für meinen Geschmack. Aber: Du konntest dort auch einfach sein, wie du warst.“
Sylvia Köchl

„Man kann sagen, ich war im TÜWI, bevor es fleischlos wurde.“
Sanja Jelic (Vereinsmitglied 1995–2000)

„Ausflug in die Großstadt. Mit dabei ein Freund und Dichter, der eine szenische Lesung im TÜWI geplant hatte. Zwischen den Worten Darmschlingen, Sehnen, Muskeln und Fleischklumpen aller Art, die durch die Baracke fetzten, dass es ein Fest war. Danach nur mehr zu fleischlosen Festen ins TÜWI.“
Nils Olger

„Filmabende, Solis, Ladyfeste, Crushes, Sommernächte, Schüttregen, Bier, Vokü, Barrierefreiheitsversuch, Bandfreundschaften, 5 first fatal kiss Konzerte, 1 first fatal kiss. Mit dem Fahrrad, mit dem Bus, mit dem Taxi, mit dem Auto, zu Fuß. Noch schnell in den Park, noch schnell zum Tschickautomaten, noch schnell ums Eck, schnell nach Haus.“
Renée Winter

„,Dann ist man für diesen Abend gänzlich aus seiner Familie ausgetreten, die ins Wesenlose abschwenkt, während man selbst, ganz fest, schwarz vor Umrißenheit, hinten die Schenkel schlagend, sich zu seiner wahren Gestalt erhebt. Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser späten Abendzeit einen Freund aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht.‘ (Franz Kafka) Ohne je im TÜWI gewesen zu sein, also eher beim Zuhören übers TÜWI, glaube ich, dass das TÜWI für viele dieser Freund war, an dem man ein_e Andere_r sein konnte.“
Teo Klug

„Ausgerechnet mit dem TÜWI verbinde ich ein Erweckungserlebnis in Sachen gitarrenloser Musik: Mein Tanzbein wurde dort erstmals auf Jason Nevins’ Hip House Remixes aufmerksam. Daher muss mein Nachruf am TÜWI-Ende ganz disillusioned ausfallen: It’s like that, and that’s the way it is.“
Ingo Pohn-Lauggas

„Beim TÜWI denk ich zuerst daran, wie oft ich nicht da war, weil zu weit weg, zu weit draußen in Wien-Döbling, noch nach den ganz argen Villen der Bösen und Bleichen. Und wenn dann doch da, dann musste bis zum bitteren Ende geblieben werden, weil man sonst ja doch nicht nach Hause kam. Erst viel später, als ich mal einen Spanischkurs an der BOKU machte, sah ich das TÜWI erstmals im Tageslicht: ganz anders, so Wohnzimmer-Couch-mäßig und ruhig, das ist mir davor nie aufgefallen … und die Plena!!!! Als wir damals mit den Uni-Basisgruppen was gemeinsam auf die Beine stellen wollten … etwas zaaaaach und schräg, aber nett und wenn man dann irgendwann mal eine Entscheidung hatte, auch super!“
Nikola Staritz


TÜWI Verein

online seit 08.07.2016 11:12:30 (Printausgabe 75)
autorIn und feedback : Redaktion




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